Sängerreise Cesky Krumlove

Unsere diesjährige Sängerreise führte uns wieder einmal in das Ausland, und zwar nach Südböhmen, genauer gesagt nach Cesky Krumlove, das den stolzen Titel „UNESCO- Weltkulturerbe“ tragen darf.

Am Samstag, den 12. September, 7.00 Uhr verließen wir bei „durchwachsenem“ Wetter Stammersdorf. Wir, das waren 52 Erwachsene, 6 Kinder (+ Busfahrer). Planmässig erreichten wir um 10.00 Uhr Budweis, wo wir uns nach drei Stunden Busfahrt eine Stunde lang in der wunderschön erhaltenen Altstadt die Füsse vertreten konnten.

Eigentlich war ursprünglich genau zu diesem Zeitpunkt die Brauereibesichtigung geplant, die musste aber auf Sonntag verschoben werden. Der Grund: man teilte mir (Gott sei Dank rechtzeitig) hochoffiziell per E-mail mit, dass die Brauerei BUDVAR am Samstag „WEGEN TAG DER OFFENEN TÜR – GESCHLOSSEN IST“. Das klingt verrückt, bedeutete aber nichts anderes, als dass an diesem Tag keine Reisegruppen abgefertigt werden können.

Weiter ging es nach Cesky Krumlove, wo wir um 12.00 Uhr zum Mittagessen in der ehemaligen Schloss-Reithalle (erbaut im 18. Jhdt.) erwartet wurden.

 Ein wunderschöner Saal mit sehr guter Akustik, wie wir nach einer kurzen Gesangseinlage feststellen konnten. Trotz des anstrengen Aufstiegs zur Schloss-Reithalle hatten alle Sänger noch genug Puste dazu.

 Anschliessend fand die Schlossführung (in 2 Gruppen) statt, die uns Einblicke in das Leben der früheren Schlossbesitzer in der Zeit der Renaissance und des Barock gewährte. Das Schloss war ursprünglich eine gotische Burg aus dem 13. Jhdt., die im Laufe der Jahrhunderte nach den jeweiligen Baustilen erweitert wurde.

Sehr beeindruckend war auch der „Maskensaal“ dessen Wände mit Szenen von Kostümfesten der damaligen Zeit geschmückt waren. Auch dort war es uns ein Bedürfnis, unsere Stimmen für ein Lied zu erheben. Nach der Schlossführung konnte man noch individuell das Zentrum der Stadt mit den vielen wunderschön renovierten Bauten (und Gasthöfen) besichtigen. Dann brachte uns der Bus zu unseren Quartieren. Aufgrund der Größe unserer Reisegruppe mussten wir auf zwei Hotels aufgeteilt werden, die aber nur 150 m voneinander entfernt waren.

Das Abendessen wurde im „Braurestaurant Eggenberg“ in der Altstadt eingenommen. Da unser Busfahrer seine gesetzliche Arbeitszeit bereits absolviert hatte, (das wird mittels Fahrtenschreiber überwacht) durfte er uns nicht mehr vom Abendessen abholen und ins Hotel bringen.

Der nächtliche Heimweg zum Hotel war dann ein längerer „Hatscher“. Einige erkundeten nach dem Abendessen auch noch die Altstadt.

 Am Sonntag den 13. September fuhren wir um 9.00 Uhr ab Richtung Norden, zum 35 km entfernten Schloss „HLUBOKA“. Es wird auch das „Neuschwanstein von Böhmen“ bezeichnet. Auch diesen Schlossberg mussten wir erklimmen. Das Schloss „HLUBOKA“ (auf Deutsch „Schloss Frauenberg“) entstand im 13. Jahrhundert, und wurde, wie Schloss „Krumlove“ mehrmals umgebaut und erweitert. Bis zuletzt ca. 1840 die alten Gebäude abgetragen wurden, und in 20-jähriger Bauzeit das heutige Schloss im Tudor-Gotik-Stil errichtet wurde. Die anspruchsvolle äussere und innere Gestaltung konnten wir bei einer Führung bewundern. Auch in diesem Schloss testeten wir die Akustik mit einem Ständchen. Weiter ins nahe Budweis, natürlich in die hiesige Brauerei. Im Rahmen einer ca. 1-stündigen Brauereiführung, wo wir viel Interessantes erfuhren, gab es auch eine Bierverkostung.

Das frische Lagerbier brachte uns in Stimmung, und wir stimmten einige Trinklieder an. Im „Budvarka“ Braurestaurant am Brauereigelände gab es um 13.00 Uhr das Mittagessen, anschliessend ging es Richtung Heimat, wobei wir noch einen Abstecher nach Pulkau machten, wo beim Heurigen Wallig eine Abordnung des (gemischten) Pulkauer Gesangvereines, und etliche „Hauerplatten“ auf uns warteten. Es gab schon vor einigen Jahren Kontakt zu diesem Verein, und zwar anlässlich eines Kranzelsingens in Pulkau, zu dem wir damals von den „Pulkauern“ eingeladen waren. Nachdem wir alle unsere Kehlen befeuchtet hatten, wurde gesungen, abwechselnd und gemeinsam, und die Stimmung stieg, es wurde gegessen und getrunken und die Zeit lief uns irgendwie davon.

 Nach Rücksprache von Martin mit den Eltern der mitreisenden Kinder, verlängerten wir den Aufenthalt noch etwas, aber dann war es soweit, wir mussten aufbrechen, die Kinder gehören ins Bett, denn morgen ist Schule. Wir verabschiedeten uns von den „Pulkauern“, denen unser Treffen auch sehr gefallen hatte, und waren uns einig, die Kontakte weiter zu vertiefen. Um ca. 20.30 Uhr waren wir wieder in Stammersdorf.

Das Resümeé dieser Sängerreise:

Viel gesehen, gegangen, gesungen, gegessen,

zwischendurch im Bus gesessen, niemanden verloren,

nichts vergessen, auch das Wetter war angemessen

Gottfried Pfandler