Sängerfahrt ins Blaue

Sängerfahrt ins Blaue Mit einem Tagesausflug unter diesem Motto bedankte sich der Vorstand bei den Sängern und ihren Frauen (bzw. auch fallweise bei den ganzen Familien) für Ihre Mitarbeit bei den diversen Veranstaltungen, wie z.B. beim heurigen Sänger-und Musikfest im Pfarrrhof.

Ausserdem sollte auch der ganzjährige freitägliche Trennungsschmerz irgendwie abgegolten werden. Nun, am Sonntag den 14. September, acht Uhr morgens ging es los. 49 Personen (inkl. Kinder) bestiegen am Bahnhofsplatz den Bus, nicht wissend, wohin die Reise führt. Alles was sie wussten war, dass das Wetter schlechter werden würde, aber noch regnete es nicht. So ähnlich musste auch seinerzeit Columbus gefühlt haben. Wir fuhren über Stockerau und Hollabrunn gegen Norden, und in der Zwischenzeit wurden die Speisen für das Mittagessen von uns ausgewählt, und dann gesammelt telefonisch dem Restaurant übermittelt.

Noch immer wusste man nicht, wo es hingeht, auch die Tatsache, dass die Speisekarte eine „Waldviertler Mohntorte“enthielt, brachte nicht wirklich Licht ins Dunkel.

Erst knapp vor Retz, dem ersten Etappenziel wurde das Geheimnis gelüftet, da man ja Alle über die Besuchsmöglichkeiten in Retz informieren musste.

Bevor wir dann fast vollzählig an der Führung durch den berühmten „Retzer Erlebniskeller“ teilnahmen, brachten wir der Apothekerin von Retz vor Ihrem Geschäft am Hauptplatz ein Ständchen dar. Sie revanchierte sich bei den Sängern mit einem kleinen Geschenk.

Da hatte natürlich wieder unser Chormeister-Stellvertreter Herfried Pock, so von Apotheker zu Apothekerin, seine Hände im Spiel gehabt.

 Nach der Kellerbesichtigung, die uns ca. 1 km durch die Retzer Unterwelt führte, bei der wir auch den „Bacchus“ anstimmten (was sonst?) und die mit einer Weinprobe endete, fuhren wir mit dem Bus zur bekannten „Retzer Windmühle“ hinaus, wo uns schon die nächste Überraschung erwartete. Eine neunköpfige männliche Abordnung des (gemischten) Retzer Gesangvereins begrüsste uns mit einem lustigen Lied, worauf wir natürlich mit den Liedern „Bacchus“(gemeinsam mit den Retzern) und „Landleben“ antworteten. Der „Bacchus“ wurde übrigens von Herrn Steurer dirigiert, unserem Kellerführer, der sich damit als langjähriger Obmann des Retzer Gesangvereins zu erkennen gab. Auch die Frau Apothekerin ist Mitglied dieses Vereins. Wir lernten auch den ältesten Retzer Sänger kennen, er ist 96 Jahre alt und noch in bester geistiger und körperlicher Verfassung.

Jedenfalls konnten wieder nette Kontakte geknüpft werden, und ein weiteres Treffen mit den Retzer Sängern wurde von beiden Seiten befürwortet. Hätten die Retzer Sänger nicht am Vortag einen grossen Auftritt in Znaim absolviert, der bis in die Nacht gedauert hatte, wären sie vollständig bei der Windmühle angetreten. Auf alle Fälle, danke Herfried Pock für die entsprechende Vorarbeit. Auch das kühle, aber trockene Wetter hat noch gehalten. Nun gings hurtig 13 km weiter nach Hardegg, wo wir um 12.30 beim Gasthof „Zur Thaybrücke“ einlangten, es hatte inzwischen zu regnen begonnen, was aber nicht störte, da wir sowieso im Gasthof drinnen waren.

 Übrigens hat unser netter Busfahrer sein ganzes Können aufbieten müssen, um mit dem Riesengefährt (für 60 Personen) die enge verwinkelte Zufahrtsstrasse zum Gasthof passieren zu können. Irgendwie war ich von den Retzer Überraschungen immer noch so beeindruckt, dass ich schon damit rechnete, dass auch in Hardegg ähnliches passieren wird, die Wirtsleute oder die anwesenden Gäste plötzlich zu singen beginnen, und sich als Sänger entpuppen, aber nichts dergleichen geschah. Nach dem ausgezeichneten Mittagessen hatte man die Wahl, entweder die hiesige Burg zu besichtigen, oder im benachbarten Ort Felling die einzige österreichische Perlmutt-Manufaktur zu besuchen. Da es regnete, entschlossen sich Alle zur Fahrt nach Felling, fast Alle besuchten die Manufaktur, einige Wenige das dortige Gasthaus. In der Perlmuttmanufaktur sahen wir einen 20-minütigen Film über die Züchtung der Perlmuscheln, anschliessend gab es eine kleine Werkführung mit interessanten Informationen durch den Besitzer. Dann wurden wir in einen Schauraum geführt, wo man nicht nur schauen, sondern auch kaufen konnte. Das wurde von den Frauen auch ausgiebig gemacht, vergebens die Appelle mancher Männer, dass Perlen „alt machen“, es wurde gekauft. Es ging weiter zum nächsten Ziel, nach Grossnondorf in die Kellergasse, wo wir bereits von der Winzerfamilie Dürr, in einem grossen Kreuzgewölbe-Keller, der angenehm temperiert war, erwartet wurden. Es gab ein kaltes Heurigenbuffet, sowie anschliessend Kaffee und Kuchen. Dazwischen wurde wieder gesungen, und zwar der „Lindenbaum“ „ Tornero“ und der „Junge Tag“. Dank der guten Akustik und des stimmungsvollen Ambientes waren das berührende Momente. Damit die mitreisenden Kinder nicht zu spät ins Bett kommen, beschlossen wir , um 19.30 Uhr die Heimreise anzutreten, um 20.30 Uhr waren wir wieder in Stammersdorf. Die Stimmung war über den ganzen Tag ausgezeichnet, und so konnten wir uns Alle über einen schönen und ereignisreichen Tag in der Gemeinschaft des Vereines freuen.

Gottfried Pfandler